Storys

Brad Pitt: Erfolg erfüllt nicht!

Brad Pitt im Film Fight Club, 1999

Chris Heath interviewt im Jahr 1999 für das Magazin Rolling Stone Brad Pitt. Irgendwann berichtet Pitt von sich aus, dass Erfolg, Wohlstand und Anerkennung einen Menschen nicht ausfüllen.1 Es bleibt eine Suche nach Mehr…

Pitt: Der Punkt ist, dass man sich die Frage stellen muss: „Auf welchem Gleis befinden wir uns?“ Tyler fängt im Film an zu sagen: „Mann, ich weiß, all diese Dinge scheinen uns wichtig zu sein – das Auto, die Eigentumswohnung, unsere Versionen von Erfolg – aber wenn das so ist, warum spiegelt das allgemeine Gefühl da draußen mehr Ohnmacht und Isolation und Verzweiflung und Einsamkeit wider?“ Wenn Sie mich fragen, sage ich: „Wirf das alles weg, wir müssen etwas anderes finden.“ Denn alles, was ich weiß, ist, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt auf eine Sackgasse zusteuern, auf eine Betäubung der Seele, eine völlige Verkümmerung des geistigen Wesens. Und das will ich nicht.

Ich: Wenn wir also auf diese Art von existenzieller Sackgasse in der Gesellschaft zusteuern, was sollte dann Ihrer Meinung nach passieren?

Pitt: Hey, Mann, diese Antworten habe ich noch nicht. Die Betonung liegt jetzt auf Erfolg und persönlichem Gewinn. Ich sitze da drin und ich sage dir, das ist es nicht. Ob Sie mir nun zuhören wollen oder nicht – und ich sage es dem Leser – das ist es nicht.

Ich: Aber, und ich bin froh, dass Sie es zuerst gesagt haben, die Leute werden lesen, dass Sie das sagen und denken….

Pitt: Ich bin der Typ, der alles hat. Ich weiss. Aber ich sage dir, wenn du alles hast, dann hast du nur noch dich selbst. Ich habe es schon einmal gesagt und ich werde es wieder sagen: Man schläft dadurch nicht besser, und man wacht dadurch auch nicht besser auf. Das wird niemand hören wollen. Ich kann es verstehen. Es tut mir leid, dass ich derjenige bin, der das sagen muss. Aber ich sage es Ihnen.

Englischer Text:
Pitt: The point is, the question has to be asked: „What track are we on?“ Tyler starts out in the movie saying, „Man, I know all these things are supposed to seem important to us – the car, the condo, our versions of success – but if that’s the case, why is the general feeling out there reflecting more impotence and isolation and desperation and loneliness?“ If you ask me, I say „Toss all this, we gotta find something else.“ Because all I know is at this point in time, we are heading for a dead end, a numbing of the soul, a complete atrophy of the spiritual being. And I don’t want that.

Me: So if we’re heading toward this kind of existential dead end in society, what do you think should happen?

Pitt: Hey, man, I don’t have those answers yet. The emphasis now is on success and personal gain. [ Smiles ] I’m sitting in it, and I’m telling you, that’s not it. Whether you want to listen to me or not – and I say to the reader – that’s not it.

Me: But, and I’m glad you said it first, people will read your saying that and think….

Pitt: I’m the guy who’s got everything. I know. But I’m telling you, once you get everything, then your just left with yourself. I’ve said it before and I’ll say it again: It doesn’t help you sleep any better, and you don’t wake up any better because of it. Now, no one’s going to want to hear that. I understand it. I’m sorry I’m the guy who’s got to say it. But I’m telling you.

Quelle:

1 Heath, C., 1999, ‘The Unbearable Bradness of Being’, Rolling Stone (Issue 824, Oct. 28), 70–72, from http://www.bradpittpress.com/artint_99_rollingstone.php.

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