Storys

Komplementarität als Denkmodell der Theologie

Dawid Ewert, kanadischer Theologe, betont in seiner Hermeneutik, dass eine einseitige Bibelauslegung dadurch verhindert werden kann, indem man beim Vorhandensein scheinbarer Gegensätze in der Heiligen Schrift beide Betonungen stehen lassen sollte. Dazu gibt er ein interessantes Zitat von Charles Simeon wieder, der in den Auseinandersetzungen zwischen dem Calvinismus und Arminianismus im 18. Jhr. folgendes schrieb:

„Die Wahrheit liegt nicht unbedingt in der Mitte; auch nicht in einem Extrem allein, sondern in beiden Extremen. Manchmal bin ich ein guter Calvinist, manchmal ein bescheidener Arminianer. Also, wenn sie Extreme wünschen, dann bin ich Ihr Mann. Nur bedenken Sie, dass wir nicht zu einem, sondern zu beiden Extremen unterwegs sein müssen“ (Bornheim/Bonn: Puls, 1998, S. 87).

Thomas Schirrmacher hat eine ähnliche Sichtweise in seinem Artikel  Die Entdeckung der Komplementarität Die Entdeckung der Komplementarität, ihre Übertragung auf die Theologie …, (MBS Text, Ausgabe 66 (2006), 20 S) gründlicher ausgeführt. Komplementarität ist für ihn, „dass zwei oder mehrere Aussagen trotz scheinbarer
Widersprüchlichkeit logisch bewiesen werden können und deswegen nicht zugunsten einer anderen Aussage oder eines Mittelwertes verändert werden.“  (S. 8)

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