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Der mission drift christlicher Hochschulen

Burtchaell, James Tunstead (1998): The Dying of the Light. The disengagement of colleges and universities from their Christian churches. Grand Rapids, Michigan, Cambridge, U.K.: Eerdmans.

#5/2019

J. T. Burtchaell untersucht den geistlichen Niedergang von 17 amerikanischen Hochschulen. Die Hochschulen haben jeweils eine unterschiedliche konfessionelle Verortung: Methodisten, Baptisten, Lutheraner, Catholiken und Evangelikale. Fazit: Nicht alle Hochschulen haben ihre Kern-Werte, Vision und Mission verlassen, aber die Mehrheit schon.

Aber Burtchaell interessieren die Ursachen für den mission drift.1

Hauptgründe für den mission drift

Fragmentierung

  • Viele Hochschulen haben für die Erreichung der christlichen und akademischen Ziele spezielle Abteilungen gegründet, die das geistliche Anliegen verwirklichen sollten.
  • Das akademische Personal konzentrierte sich vor allem nur auf die Vermittlung ihres Faches mit einer entsprechenden Abkopplung der Spiritualität in der Lehre.
  • Diese Trennung führte schließlich dazu, dass der geistlich-spirituelle Faktor beim Forschen als unwissenschaftlich und sekundär betrachtet wurde.

Geringer Einfluss religiöser Unterweisung

  • Aspekte des Glaubens wurden nicht als Teil eines seriösen Studiums gesehen.
  • Zudem wurden diese geistlichen Aspekte an das theologische Seminar und die Bibelschulen delegiert bzw. verlagert.

Finanzielle Freiheit

  • Viele Hochschulen entwickelten eigene Finanzierungsmodelle, um sich ihrer „einengenden“ Gründer zu entledigen und um sich von diesen Zwängen zu emanzipieren.

Die anfängliche Vision hat ihren Einfluss verloren

  • Historisch gesehen gründeten sich viele Hochschule als Reaktion auf den Verlust christlicher Werte in der Gesellschaft.
  • Die nächsten Generationen verloren, während sie eine Wertschätzung gegenüber der Vision hatten, die Einsicht in die ‚Kämpfe‘ der Gründergeneration.

Die Prioritäten des pädagogischen Personals änderten sich und wurden vom Vorstand nicht thematisiert.

  • In vielen Fällen wurde attraktiven und charismatischen Leitern, die allmählich die Institutionen von den Kern-Werten wegführten, vertraut.
  • Alle Veränderungen wurden positiv umgedeutet.
  • Die Lehrkräfte waren zunehmend auf ihre Karriere bedacht, als das sie ihr Lehren als Berufung und Sendung verstanden.

Mangelndes Bewusstsein für das spezifisch Christliche

  • Der Glaube wurde als Moral degradiert und war nicht länger Teil des Selbstverständnisses der Organisation.
  • Die Entscheider waren nicht imstande darzustellen, was das Christliche sei und die christlichen Inhalte wurden als überholte Werte betrachtet.
  • Der Verlust der Frömmigkeit führte zu einer Bewegung der Gleichgültigkeit, was schließlich zum Rationalismus und Verlust des christlichen Fokus führte.

Fussnoten

  1. Dies ist eine deutsche Übersetzung und Kürzung der Zusammenfassung von David Bartlett, die ich in einem Workshop in Budapest 2019 gehört habe.

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