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Bielefelder Bibel – das Lesen ist eine Erfahrung

Die Initiatoren des Projekts „Bielefelder Bibel“, die Theologin Prof. Dr. Melanie Peetz und der Bielefelder Professor für Gestaltung Dirk Fütterer, stellen sich einer interessanten Frage:

Die Bibel ist das meistgekaufte Buch der Welt und dennoch eines der am wenigsten gelesenen Bücher? WARUM?

Ihre Antwort überrascht. Denn sie setzen bei der Ästhetik heutiger Bibelausgaben an und behaupten:

Heutige Bibelausgaben präsentieren sich oft als Bleiwüste, ihre Gestaltung erinnert an Telefonbücher oder Lexika.

Am Ende des Projekts steht eine hochwertig gebundene Bibelausgabe über 20 ausgewählte Bücher der Bibel (die Bibel besteht aus 66 Büchern), die die Erfahrung des Lesens in den Mittelpunkt rückt. Was ich bei dieser Bibelausgabe spannend finde? Ich sehe vier positive Aspekte:

  1. Das Lesen zusammenhängender Passagen wird gefördert. Wer regelmäßig die Bibel liest bzw. sogar studiert, der tut gut daran, auch mal mehrere Seiten oder auch ganze Bücher in einem Rutsch zu lesen.
  2. Es wird sozusagen on the way deutlich, dass die Heilige Schrift verschiedene Literaturgattungen in sich vereint. Gesetzestexte sind anders zu lesen und zu interpretieren wie etwa die Poesie der Psalmen oder die Ausführungen in den paulinischen Briefen.
  3. Die grafische Umsetzung ist schön und lädt zum Weiterblättern ein.
  4. Die Kapitel- und Bibelversangaben treten nur dezent in Erscheinung und ’stören‘ den Lesefluss nicht.

Wer sich selbst einen Eindruck verschaffen will, kann hier eine Leseprobe der Urgeschichte (Genesis 1-11) downloaden.

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