Rezension – Theologische Gespräche mit Jugendlichen

Es gibt zur Methodik, Konzeption und Gestaltung des Religionsunterrichts Bücher wie Sand am Meer. Neben den klassischen Schulbüchern reihen sich Monographien mit spezifischen Themenschwerpunkten ein. Dabei werden viele Worte produziert – ob sie immer gelesen, geschweige der in der Praxis beherzigt werden, steht auf einem anderen Blatt.

Aber das ist mal ein kreatives sowie inspirierendes Werk, dem es tatsächlich gelingen kann, die Brücke zur Unterrichtswirklichkeit herzustellen. Die Autorin möchte „einen Einstieg in den ‚Geist‘ des Theologisierens“ geben. Das theologische Gespräch mit Schülern soll einen Raum im Unterricht erhalten, wobei die Akteure „zum kritischen Fragen und zur Verknüpfung des im Unterricht erarbeiteten mit dem eigenen Denken und Glauben angeregt werden“ sollen (167). Daran krankt vielfach auch der Religionsunterricht, weil das Gelernte „zumeist nicht zum aktiven Problemlösungsschatz“ gehört, denn „es wird abgekoppelt von eigenen Fragen und der eigenen Haltung“ (167).

Für die Lehrkraft hilfreich ist die Kategorisierung unterschiedlicher Typen des Umgangs mit den Glaubensfragen. Hier ist die Rede vom unreflektiertem & reflektiertem Glauben, von einer kritisch-ablehnenden & kritisch-suchenden Haltung und zuletzt von einer indifferenten Haltung, die sich in einem sehr geringen Interesse an religiösen Fragen und teilweise rebellischen Zügen zeigt (vgl. 36-41).

Das Buch liefert eine lesenswerte und nicht zu überfrachtete Einführung in das „theologische Gespräch“. Herzstück des Werkes ist die Darstellung echter Gesprächssequenzen in einem Kasseler Projekt mit Studierenden und Schülern sowie eine Vertiefung, die dazu passende Methoden, Arbeitsmaterial und Anregungen liefert. Lehrkräfte, die Sek-II-Schüler unterrichten, werden mit diesem Werk den größten Gewinn für ihre Unterrichtswirklichkeit haben.

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