Zusammenfassung – Philosophy & Education 2006

I. Grundlagen

  1. Das Wesen von Philosophie und Bildung

Das Studium der Bildungsphilosophie ist notwendig, weil im Allgemeinen in der Gesellschaft eine Unwissenheit bzw. Unkenntnis vorherrscht, die primär an der Methode (how?) anstatt an den Ursachen (why?) interessiert ist (3f). Es wird versäumt zu fragen: „Wozu/warum Bildung? Zu welchem Zweck?“ (4). Die Aufgabe der Bildungsphilosophie ist es, zukünftigen Lehrenden in Verbindung mit den großen Fragen der Bedeutung und des Lebenssinnes sowie der Bildung zu bringen (5).

Was ist Philosophie? Philosophie umfasst eine Tätigkeit/eine wissenschaftliche Disziplin, eine Haltung und spezifische Inhalte der Metaphysik, der Epistemologie (Lehre über Wissen und Wahrheit) und der Axiologie (Fragen der Werte und Axiome) (5-9).

Seit der Mitte des 20.Jhr. krankt die Philosophie daran, dass die Tätigkeit der Synthese (Verbinden, Vergleichen, kohärente Sicht entwickeln), des Präskriptiven (ethische Urteilsfindung) und des Spekulierens (Hypothesen bilden über das Empirische hinaus) vernachlässigt bzw. abgelehnt werden (7). Es bedarf aber einer Balance aller Aktivitäten der Philosophie.

Was ist Bildung bzw. Pädagogik (education)? Bildung meint häufig den Kontext Schule, ist ein Prozess, ist Teil des Lehrens und enthält auch den Moment des Trainings. Die Schule ist dabei nur ein Feld, wo gelernt wird und konkurriert mit anderen „Partnern“ (Familie, Medien, Peer-Gruppe usw.) (11). Die Schule existiert in einem komplexen Bildungsmilieu aus verschiedenen Akteuren (12).

Philosophische Aspekte in der Bildung

Die Bildungsphilosophie ist nicht von der allgemeinen Philosophie zu trennen, daher ist das Verständnis von Philosophie grundlegend (15).

Metaphysik klärt die Frage, ‚was ist wirklich real bzw. die ultimative Wirklichkeit?.‘ Dabei ist diese Klärung nicht so trivial wie es zunächst erscheint (15f). Die Klärung ist grundlegend, ihre Antworten sind aber nicht naturwissenschaftlich zu verifizieren. „Rather, it should be noted that metaphysical constructs lie at the foundation of the modern sciences and all other human endeavors“ (16). Metaphysik meint wörtlich „über/hinter dem Physischen“ und repräsentiert die spekulative und verbindende Aktivität der Philosophie. Es liefert eine Basis, auf der Weltbilder und Hypothesen mit ihren Grundannahmen gebildet werden (17). Die Metaphysik kann in 4 Aspekten eingeteilt werden: a) Kosmologischer Aspekt (Wie hat sich das Universum gebildet und entwickelt? Und hat das Universum einen Zweck, und wenn ja, welchen?) b) Theologischer Aspekt (Gibt es einen Gott? Und wenn ja, wie ist er?) c) Anthropologischer Aspekt (Was ist der Mensch? Und wie ist die Beziehung zwischen Vernunft und Körper/Materie? Gibt es einen freien Willen? Absolute ethische Standards? usw.) d) Ontologische Aspekt (Ist die Wirklichkeit in physischer oder kosmischer/spiritueller Energie zu finden? Ist alles Sein angeordnet und in sich Gesetzmäßigkeiten unterworfen? Ist das Sein einer Entwicklung unterworfen oder statisch? usw.) (17f).

Metaphysik und Bildung: Eigentlich gibt es kein Entrinnen – auch für die Bildung/Pädagogik – gegenüber diesen metaphysischen Fragen (19). Menschen werden in ihrem tiefsten Sein durch das Metaphysische geprägt. Es wird sich auch zeigen, dass das Metaphysische einen direkten Einfluss auf Curricula, die Bildungssysteme und das Bild der Lehrenden hat. Für Lehrende ist der anthropologische Aspekt besonders bedeutsam. Deshalb ist das Menschenbild zentral für eine Bildungstheorie (19f).

Epistemologie klärt die Fragen, was wahr ist und wie können wir es wissen (20). Zentrale Fragen sind: Kann Wirklichkeit erkannt werden (Gemäß dem Skeptizismus ist dies fraglich; gemäß dem Agnostizismus ist dies unerheblich)? Ist Wahrheit absolut oder relativ? Ist Wissen subjektiv oder objektiv? Gibt es Wahrheit außerhalb/unabhängig von der menschlichen Erkenntnis (a priori / a posteriori)?

Quellen des Wissens sind die Sinne (die ein Zutrauen an die sachgemäßen sensorischen Fähigkeiten erforderlich machen), die Offenbarung (welche ein transzendentes und ein kommunikatives Wesen voraussetzt), die Autorität der Experten, die Vernunft (inklusive logischer Urteilsschlüsse) und die Intuition (22-24). Es gibt nicht die nur die eine Quelle, sondern diese Quellen sollte man als komplementär betrachten. Die meisten Denker werden jedoch eine betreffende Quelle favorisieren (25).

Validität des Wissens/der Erkenntnis:

Kommentar verfassen