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Die Debatte geht weiter: Mission paulinischer Gemeinden?!

Die neutestamentliche Debatte zur Frage, ob der Apostel Paulus von seinen Gemeinden eine aktive Evangeliumsverkündigung erwartet hat oder nicht, geht weiter. Dagegen spricht, dass der Apostel nur „wenige“ oder gar keine Apelle an seine Gemeinden richtet, in denen eine aktive Evangeliumsverkündigung durch die Gemeinde erwartet wird. Meistens geht es doch um Aspekte der Ethik und des gemeinsamen Zusammenlebens.

Nun ist ein neues Buch von Mark J. Keown (Congregational Evangelism in Philippians: The Centrality of an Appeal for Gospel Proclamation to the Fabric of Philippians; vergleiche auch James Ware, The mission of the church in Paul’s letter to the Philippians in the context of Ancient Judaism) erschienen, das anhand des Philipperbriefes den Beweis für die aktive Evangeliumsverkündigung führen möchte. Eine hilfreiche Rezension bietet James C. Miller (Link), der einige Anfragen formuliert und die aktuelle Studie für wenig überzeugend hält.

Die m. E. überzeugendste These vertritt J. P. Dickson (Mission-Commitment in Ancient Judaism and in the Pauline Communities). Dickson untersucht die wesentlichen ntl. Stellen (ich meine nur die der als „echt“ anerkannten Paulusbriefe) und schlussfolgert:

Paulus und seine reisenden Mitarbeiter waren vor allem in der Evangeliumsverkündigung tätig. Daneben haben einzelne „lokale“ Mitarbeiter ebenfalls missioniert. Die Gemeinde war in der Missionsverkündigung beteiligt, aber nur indirekt (Dickson findet einen breite Definition für die Mission. Finanzielle Unterstützung, Gebet, ein attraktiver Gottesdienst etc. sind Bestandteile einer missionarischen Wirklichkeit). Eine aktive Evangeliumsverkündigung der Gemeinden wird aber in den paulinischen Briefen nicht erwartet. Es bleibt abzuwarten, ob diese These durch die anhaltende Debatte Zustimmung oder weitere Anfragen findet.

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