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Der Apostel Paulus – ein Einzelgänger?

War der Völkerapostel ein Einzelgänger? Diese Sichtweise wurde (und wird) in der neutestamentlichen Forschung immer wieder vertreten. So zum Beispiel durch Ernst Käsemann in seinem berühmten Vortrag „Paulus und der Frühkatholizismus“ (urspl. veröffentlicht in: ZThK 60 (1963), S. 75-89):

Direkt und dauerhaft hat Paulus als Missionar wie als Theologe die folgende Entwicklung nur wenig bestimmt, obgleich das in schreiendem Mißverhältnis zu dem von ihm selbst erhobenen Anspruch steht. Er war und blieb doch wohl ein Einzelgänger, zweifellos in der Kirchengeschichte einer der bedeutendsten und sicher schon in der Urchristenheit der umstrittenste. Die spätere Zeit hat ihn sich adaptieren können, indem sie ein Heiligenbild an die Stelle seines wirklichen Lebens setzte.

Auch der Prominenz des Paulus könnte der Eindruck entstehen, Paulus habe sozusagen im Alleingang die Völker missioniert. Gegen ein solches Paulusbild seien hier nur einige wenige Gründe genannt:Watch Full Movie Online Streaming Online and Download

  • nahezu 60 Personen (bei konservativer Zählung wären 36 Personen zu nennen) partizipieren im Missionswerk des Paulus
  • sieben der 13 kanonischen Paulusbriefe nennen neben Paulus noch einen weiteren/weitere Mitabsender
  • und beinahe jede in der Apostelgeschichte dokumentierte Reisestrecke legt der Apostel in Begleitung von Gefährten zurück

Wird also das Lebenswerk des Apostels gewürdigt, sollten seine Partner und sein Missionieren in Gemeinschaft anderer Christen stets mit bedacht werden.

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